Überblick
Was ist Market-Making-Strategie?
Unter Market Making versteht man die Praxis, gleichzeitig sowohl einen Geldauftrag (Kaufauftrag) als auch einen Briefauftrag (Verkaufsauftrag) etwas unter und über dem aktuellen Marktpreis zu platzieren und dabei von der Differenz zwischen beiden – der Geld-Brief-Spanne – zu profitieren. Professionelle Market Maker – die von den Börsen zur Aufrechterhaltung der Liquidität ernannt werden – sind die sichtbarsten Praktiker, aber algorithmisches Retail-Market-Making ist auf Krypto-Börsen mit umfangreichen Orderbüchern realisierbar geworden.
Der grundlegende Gewinnmechanismus ist einfach: Wenn Sie für 100,00 $ kaufen und für 100,05 $ verkaufen, verdienen Sie 0,05 $ pro Einheit, unabhängig von der Richtung des Basiswerts. Die Herausforderung ist das „Bestandsrisiko“: Wenn der Preis stark nach oben tendiert, während Sie Verkaufsaufträge halten, bauen Sie eine wachsende Short-Position auf, die mehr als Ihre angesammelten Spread-Einnahmen verliert.
Avellaneda-Stoikovs optimales Market-Making (eine wegweisende wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 2008) führte das Konzept eines „Reservierungspreises“ ein – der Market Maker sollte seine Quotes basierend auf seinem aktuellen Bestand anpassen: Wenn die Long-Position zu lang ist, verschieben Sie sowohl Bid als auch Ask leicht nach unten, um Verkäufer anzulocken; Wenn der Short-Wert zu groß ist, verschieben Sie ihn nach oben, um Käufer anzulocken. Diese asymmetrische Quotierung verhindert, dass der Bestand zu stark in eine Richtung driftet.
Effektives Market-Making erfordert: eine Ausführung mit geringer Latenz (Kurse müssen schneller aktualisiert werden als die der Konkurrenz), Instrumente mit hoher Liquidität (in dünnen Märkten gibt es größere Spreads), ein strenges Risikomanagement (maximale Bestandsgrenzen verhindern ein katastrophales Richtungsrisiko) und eine sorgfältige Gebührenoptimierung (Börsen, die „Maker-Rabatte“ an Liquiditätsanbieter zahlen, sind ideale Ziele).
Auf den Kryptowährungsmärkten sind Market-Making-Bots besonders beliebt bei Perpetual Futures und Spot-Paaren mit hohem Tagesvolumen. Die Strategie ist in Zeiten geringer Volatilität am effektivsten, wenn die Preise innerhalb einer engen Bandbreite schwanken und die Spread-Erträge das Richtungsrisiko übersteigen.