Überblick
Was ist Paarhandelsstrategie?
Beim Paarhandel handelt es sich um eine marktneutrale Strategie, bei der gleichzeitig ein Vermögenswert gekauft und ein eng verwandter Vermögenswert leerverkauft wird, wenn deren Preisverhältnis oder Spread erheblich vom historischen Mittel abweicht. Da die Position abgesichert ist (eine Long-Position, eine Short-Position auf der anderen), ist sie weitgehend von allgemeinen Marktbewegungen isoliert – der Handel profitiert ausschließlich von der relativen Bewegung zwischen den beiden Vermögenswerten.
Die Strategie erfordert die Identifizierung zweier Vermögenswerte mit einer starken Ko-Integrationsbeziehung – das bedeutet, dass sich ihre Preise aufgrund gemeinsamer Fundamentaldaten im Laufe der Zeit tendenziell ähnlich bewegen. Zu den klassischen Paaren gehören: Coca-Cola vs. Pepsi, Gold vs. Silber, zwei ETFs, die denselben Index abbilden, oder eine Aktie vs. ihr Sektor-ETF. Statistische Tests (Augmented Dickey-Fuller, Johansen) überprüfen die Kointegration vor dem Einsatz von Kapital.
Wenn der Spread zwischen den beiden Vermögenswerten einen Schwellenwert überschreitet (normalerweise 2 Standardabweichungen vom historischen Mittelwert), leerverkauft der Händler den Outperformer und kauft den Underperformer, wobei er auf eine mittlere Umkehrung des Spreads setzt. Die Position wird geschlossen, wenn der Spread wieder dem Mittelwert entspricht.
Das Risikomanagement konzentriert sich auf den Spread – nicht auf die einzelnen Vermögenswerte. Bei einer weiteren Standardabweichungserweiterung (z. B. 3 SD) wird ein Stop-Loss gesetzt, um vor einem Zusammenbruch der Ko-Integration zu schützen, der auftritt, wenn sich die grundlegende Beziehung zwischen den beiden Vermögenswerten dauerhaft ändert.