Überblick
Was ist Momentum-Handelsstrategie?
Der Momentum-Handel basiert auf der empirischen Beobachtung, dass Vermögenswerte, die sich in letzter Zeit gut entwickelt haben, in naher Zukunft tendenziell weiterhin eine Outperformance erzielen und umgekehrt. Dieser „Momentum-Effekt“ ist eine der am konsequentesten dokumentierten Anomalien auf den Finanzmärkten und wird bei Aktien, Währungen, Rohstoffen und Kryptowährungen festgestellt.
Die Strategie gibt es in zwei Formen. Das Querschnittsmomentum ordnet ein Vermögensuniversum nach der jüngsten Rendite (z. B. 12-Monats-Rendite minus dem letzten Monat) und kauft das oberste Dezil, während es das untere Dezil verkauft oder meidet. Das von AQR Capital populär gemachte (absolute) Zeitreihen-Momentum kauft einfach einen Vermögenswert, wenn seine jüngste Rendite positiv ist, und verkauft oder hält Bargeld, wenn diese negativ ist.
Zu den wichtigsten Momentum-Indikatoren gehören: Änderungsrate (ROC), die die prozentuale Preisänderung über N Zeiträume misst; Relative Stärke (kein RSI, sondern Vergleich der Vermögensrendite mit einer Benchmark); und gleitendes Durchschnittsmomentum (Preis über einem langfristigen gleitenden Durchschnitt = positives Momentum). MACD und der Awesome Oscillator dienen ebenfalls als Momentumindikatoren.
Momentum-Strategien unterliegen „Momentum-Crashs“ – scharfen, schnellen Umkehrungen, die auftreten, wenn sich Marktregime plötzlich ändern. Ein ordnungsgemäßes Risikomanagement nutzt Volatilitäts-Targeting, um die Positionsgröße bei Volatilitätsspitzen zu reduzieren, und Mean-Reversion-Filter, um einen Einstieg bei extremer Überdehnung zu vermeiden.